Haufen melden 20 Euro

Heute lasen wir in der Zeitung, dass die fränkische Kleinstadt Rehau jedem 20 Euro Belohnung zahlt, der einen Hundekot-Übeltäter verpfeift. Im Klartext bedeutet dies, dass man ins Rathaus der 10.000-Einwohner-Gemeinde Rehau marschiert und den Namen der Person meldet, die den Hundehaufen ihres vierbeinigen Lieblings nicht wegräumt. Und dafür gibts dann 20 Euro.

Mal abgesehen davon, dass es fraglich ist, das „Verpfeifen“ in einer zivilisierten Gesellschaft monetär zu belohnen, ist es in einer Stadt wie Mannheim praktisch gar nicht möglich. Wie sollte das ablaufen? Nehmen wir mal an wir sehen einen Mann, dessen Hund den Gehweg mit einer Toilette verwechselt – wir geben hier ausdrücklich nicht dem Hund die Schuld, denn es wurde ihm anscheinend nie anders beigebracht. Wir gehen also zu dem Mann und machen ihn darauf aufmerksam, dass er es wegräumen muss. So, wenn wir Glück haben bleibt der Mann freundlich. Wenn er sich „nur“ weigert es wegzuräumen fragen wir ihn nach seinem Namen und der Adresse um ihn zu melden. Spätestens jetzt dürfte jeder normale Dialog enden. Und direkt zur Polizei gehen? Erstens wäre der Mann dann schon über alle Berge und zweitens hat die Polizei angeblich andere Sorgen. Konkretes Beispiel: Vor einigen Jahren führte auch die Stadt Mannheim ein Fütterverbot für freilebende Tauben ein – sehr gut. Das dachte auch ein Freund von uns und sprach eine sehr betagte Dame auf dem Paradeplatz freundlich an. Diese beschimpfte ihn und fütterte weiter eine Schar von ca. 50 Tauben mit ihren zerbröselten Brötchen. Er ging zur Wache und meldete es den Polizisten. Diese erklärten ihm lediglich da jetzt nichts tun zu können.

Also, was sollen dann Gesetze und Verordnungen, wenn sie vom Gesetzgeber nicht umgesetzt werden können, bzw. er keine Lust, Zeit oder Möglichkeit dazu hat? Vielleicht sieht der Bürgermeister in Rehau eine Lösung in seiner 20Euro-Belohnung, zumal in einer solch kleinen Stadt fast jeder jeden kennt. Aber in Großstädten wie Mannheim wäre dies nicht umsetzbar. Hier ist und bleibt der jeweilige Ordnungsdienst zuständig. Leider ist dieser aber oftmals mit dem lukrativeren Aufschreiben von Falschparkern ausgelastet.

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1 Kommentar zu „Haufen melden 20 Euro“

  1. Knut Bellhorn sagt:

    Ich finde die Idee ausgezeichnet! Wer von uns hat sich nicht schon über Hundekot auf dem Trottoir geärgert?

    Ich würde mich jedoch nicht darauf verlassen, dass so jemand seinen richtigen Namen nennt. Denn wer seinen Hund den Gehweg vollkacken lässt, der ist auch zu ganz anderen Taten fähig. Aber es ist ja gesetzlich erlaubt, den Täter festzunehmen und zur Feststellung der Personalien auf dem nächsten Polizeirevier abzuliefern.

    Ich finde, das sollte man in Mannheim auch einführen!

    Gruß aus Mannheim

    Knut Bellhorn

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